UKA mit neum Schockraum

Nach fünf Monaten Bauphase und einer zweimonatigen Inbetriebnahme wurde Anfang März der neue Schockraum eingeweiht. Damit sind die Räumlichkeiten der Zentralen Notaufnahme auf dem neusten Stand der Technik. Die Möblierung wurde ergonomisch optimiert und den erforderlichen Arbeitsabläufen angepasst. Auch die Medikamentenversorgung wird nun durch ein automatisiertes Medikamentenausgabesystem gesteuert. Außerdem erhöhen moderne, medizintechnische Geräte für das Atemwegsmanagement die Behandlungsqualität.

Dass der Umbau mit allen Begleitumständen wie Lärmbelästigung, Handwerkertätigkeiten und Materialan- und -abtransporten nahezu reibungslos ablief, ist der engen Abstimmung zwischen der ukafacilities GmbH und dem Team der Zentralen Notaufnahme unter Priv.-Doz. Dr. med. Jörg Christian Brokmann zu verdanken. Die Bruttobaukosten betragen circa 450.000 Euro.

Kooperation mit Luisenhospital wächst

Die politischen Rahmenbedingungen als Chance nutzen – das geschieht aktuell im Luisenhospital Aachen in Kooperation mit der Uniklinik RWTH Aachen. „Nicht jedes Haus muss alle Fachrichtungen vorhalten. So ist es sinnvoll und entspricht auch dem Wunsch der Politik“, betont Vorstandsvorsitzender Ralf Wenzel. „Daher verzichten wir bewusst auf die invasive Kardiologie und bauen stattdessen unsere Kooperation zum nahe gelegenen und langjährig bewährten Partner aus“, erklärt er die zukunftsorientierte Ausrichtung des Hauses. Wird eine invasive Diagnostik und Therapie beim Patienten im Luisenhospital nötig, erfolgt diese in der Aachener Uniklinik.

Aus der bereits seit vielen Jahren partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin (Medizinische Klinik I) an der Uniklinik RWTH Aachen unter Leitung von Klinikdirektor Univ.-Prof. Dr. med. Nikolaus Marx und der Medizinischen Klinik unter der Leitung von Chefarzt Prof. Dr. med. Hermann Wasmuth im Luisenhospital Aachen ist nun eine feste Kooperation erwachsen.

Neben festen Ansprechpartnern und einem engen Austausch über die Behandlung steht auch eine verbesserte Logistik im Vordergrund. „Ziel ist es, die Kommunikation interdisziplinär zu verbessern und engmaschiger zusammenzuarbeiten“, erklärt Oberarzt Dr. med. Martin Gruschka, der die Sektion auf Seiten des Luisenhospitals leitet. Auf Seiten der Uniklinik ist es der geschäftsführende Oberarzt Prof. Michael Lehrke, der die Kooperation mit Leben füllt: „Ich freue mich sehr über den jetzt offiziellen Schritt. Bereits in der Vergangenheit haben wir sehr eng zusammengearbeitet. Jetzt haben wir die Möglichkeit, die Rahmenbedingungen weiter zu verbessern“, betont der Mediziner die Vorteile, die sich in erster Linie für den Patienten ergeben: „Wir haben feste Ansprechpartner, kurze Wege und bekommen so schnelles Feedback, wie die Therapie der Patienten weitergeht“, freut sich Oberarzt Gruschka über die Verbesserungen.

Ganz praktisch heißt das für den Patienten, dass im Luisenhospital weiterhin alle nichtinvasiven Leistungen angeboten werden. Dazu zählt beispielsweise die Behandlung von Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörung oder auch Vorhofflimmern. Falls nötig, bestehen für invasive Eingriffe kurze und vertraute Wege zur Uniklinik, die als Maximalversorger ein umfassender medizinischer Partner ist. Als Auftakt der engen Zusammenarbeit folgt zum Jahresbeginn die erste gemeinsame Fortbildungsveranstaltung im Luisenhospital Aachen, in dem die Sektion das gemeinsame Gesicht zeigt. „Wir freuen uns auf die noch engere Zusammenarbeit und dass die bereits freundschaftlichen Verbindungen auf diese Weise zum Wohle des Patienten genutzt werden können“, stellt Prof. Wasmuth die menschliche Komponente der Kooperation in den Fokus.

Neues EPU-Labor in der Klinik für Kardiologie

Die Uniklinik RWTH Aachen hat Ende Januar ein zweites, hochmodernes elektrophysiologisches Untersuchungslabor (EPU-Labor) zur Behandlung von Patienten mit Herzrhythmusstörungen in Betrieb genommen. Ab sofort können Herzspezialisten der Sektion Rhythmologie Rhythmuseingriffe parallel in zwei Räumen durchführen. Beide Labore gehören zu den bestausgestatteten in Deutschland.

Im hochtechnisierten EPU-Labor behandeln speziell ausgebildete Kardiologen, sogenannte Elektrophysiologen, Herzrhythmusstörungen mittels minimal-invasiver Kathetertechnologie. Univ.-Prof. Dr. med. Michael Gramlich, Leiter der Sektion Rhythmologie der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin (Medizinische Klinik I) an der Uniklinik RWTH Aachen, erklärt: „Die Zahlen belegen, dass es zunehmend Patienten mit Herzrhythmusstörungen gibt, die wir natürlich schnellstmöglich einer optimalen Diagnose und Behandlung zuführen möchten. Dank des zweiten EPU-Labors ist das nun möglich.“ Bislang hat das Team jährlich 500 Patienten behandelt, die Zahl dürfte künftig deutlich ansteigen.  

Bei der Untersuchung führen die Herzspezialisten den Elektrodenkatheter in örtlicher Betäubung über die Leistenvene zum Herzen und platzieren ihn an verschiedenen Stellen. Mit Messungen im Herzen selbst und durch elektrische Stimulation lassen sich die Rhythmusstörungen genau lokalisieren und über eine Verödung beseitigen. Darüber hinaus bietet die EPU die Möglichkeit, Herzrhythmusstörungen zu provozieren, um dann im Herzen deren Entstehungsmechanismus zu untersuchen.

Hochtechnisierter Standard

Die Umbauzeit für das neue EPU-Labor hat circa zehn Monate in Anspruch genommen. Technisch ist es auf dem neuesten Stand: Es verfügt über zwei verschiedene 3D-Mapping Systeme. Hierbei wird während des Eingriffs ein Computermodell des Herzens erstellt, das die Lage der Katheter in Echtzeit darstellt und die Möglichkeit bietet, eine elektrische Landkarte des Herzens zu erstellen. „Das verringert die Strahlendosis für den Patienten enorm. Außerdem können wir den Ursprungsort der Herzrhythmusstörung genau identifizieren. Um die Sicherheit und Effektivität der Ablation zu optimieren, verwenden wir modernste Ablationskatheter mit Kraftsensoren, die eine anpresskraft-gesteuerte Ablation erlauben“, führt Prof. Gramlich aus.

Jahrelange Expertise

Prof. Gramlich, international renommierter Experte auf seinem Gebiet, verfügt über die Zusatzqualifikation „Spezielle Rhythmologie/invasive Elektrophysiologie“. Seit September 2018 leitet er die Sektion Rhythmologie an der Uniklinik RWTH Aachen und hat seitdem Vieles erreicht, wie Klinikdirektor Univ.-Prof. Dr. med. Nikolaus Marx betont: „Professor Gramlich ist zu uns gekommen, um die Tradition und Schwerpunkte der Abteilung fortzuführen und auszubauen. Das ist mit der Einrichtung eines zweiten EPU-Labors mehr als gelungen. Das freut mich für ihn und sein Team, vor allem aber für unsere Patientinnen und Patienten.“

Herzrhythmussprechstunde

Das Team um Prof. Gramlich bietet eine spezielle Rhythmussprechstunde an. Dort können sich Betroffene beraten lassen, ob eine interventionelle Therapie für sie infrage kommt. Die Terminvereinbarung erfolgt über die Telefonnummer 0241 80-38300 oder per E-Mail an rhythmologieukaachende.

BMBF schickt 11 Millionen EURO nach Aachen

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert ab Januar 2018 das Großprojekt „Smart Medical Information Technology for Healthcare“ (SMITH). Das Projekt wird neue IT-Lösungen für eine bessere Verknüpfung von Daten aus Krankenversorgung und medizinischer Forschung auf den Weg bringen. Am 16. November 2017 hat Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im BMBF, drei Förderbescheide für das Projekt in Höhe von insgesamt rund 12 Millionen Euro überreicht.

„Die Medizin steht vor einer Revolution“, betonte Rachel bei der Übergabe der Förderbescheide für die Uniklinik RWTH Aachen, die RWTH Aachen und das Forschungszentrum Jülich. „Die schnelle Entwicklung der Informationstechnologien, der künstlichen Intelligenz und der Lebenswissenschaften eröffnen neue Möglichkeiten, die Medizin grundlegend zu verändern. Mit der ‚Medizininformatik- Initiative‘ gibt das Bundesforschungsministerium einen wichtigen Impuls für die Entwicklung der digitalen Medizin. Ärztinnen und Ärzte sollen künftig ‚auf Knopfdruck‘ alle verfügbaren Forschungsergebnisse und Erfahrungswerte in ihre Therapieentscheidungen einbeziehen können.“, so Rachel.

Das Konsortium SMITH besteht insgesamt aus 14 Partnern und wird mit rund 35 Millionen Euro durch das BMBF gefördert. Wissenschaftler, Ärzte und IT-Spezialisten der drei universitätsmedizinischen Standorte Aachen, Jena und Leipzig werden die wachsenden Datenmengen in der Medizin – von Genom-Analysen bis hin zu Röntgenbildern – mit einer neuen IT-Infrastruktur verknüpfen. Dafür etabliert SMITH in Kooperation mit externen Partnern inklusive Industrieunternehmen Datenintegrationszentren an den drei Universitätsklinika. Die Zentren ermöglichen eine institutionen- und standortübergreifende Nutzung elektronischer Gesundheitsdaten aus der Krankenversorgung und der patientenorientierten Forschung.

SMITH will den Mehrwert dieser vernetzten Daten an zwei Anwendungsfällen demonstrieren. Im ersten Anwendungsfall sollen Patienten-Daten-Management- Systeme auf Intensivstationen kontinuierlich ausgewertet werden, um den Zustand der Patienten automatisiert zu überwachen. „Dadurch wird ein schnelleres und personalisiertes therapeutisches Eingreifen möglich“, erklärte Univ.-Prof. Dr. med. Gernot Marx, Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin und Sprecher des Telemedizinzentrums Aachen. In einem weiteren Anwendungsfall unterstützt ein computerbasiertes Entscheidungshilfesystem Ärztinnen und Ärzte beim leitliniengerechten Einsatz von Antibiotika. Das soll die frühzeitige und gezielte Bekämpfung bakterieller Infektionen verbessern und das Auftreten von Antibiotikaresistenzen reduzieren. „In beiden Anwendungsbereichen hat die Digitale Medizin großes Potential, zusätzliche Leben zu retten“, so Prof. Marx.

„Digitalisierung ist ein großes Thema für die Landesregierung in NRW, die RWTH Aachen und die Uniklinik RWTH Aachen. Unsere führende Rolle in der digitalen Medizin ist durch die Entscheidung des international hochkarätig besetzten Auswahlgremiums bestätigt worden. Aachen ist der einzige hochschulmedizinische

Standort in NRW, der für die volle Förderung ausgewählt worden ist. Das SMITH- Konsortium hat die Konzepte so entwickelt, dass sie Forschung, Lehre und Krankenversorgung stärken. Davon werden auch regionale Kooperationen in der Patientenversorgung profitieren“, sagte Prof. Dr. Stefan Uhlig, Dekan der Medizinischen Fakultät der RWTH Aachen und Vorstandsmitglied der Uniklinik RWTH Aachen.

Im Rahmen des Projektes wird ein Konzept für die Einbindung von Partnern aus verschiedenen Bereichen der Versorgung entwickelt und erprobt. Über einen gesicherten Datenraum, den „Marketplace“, werden die Vernetzungspartner die Ergebnisse von SMITH nutzen können. Zudem ist die Einrichtung neuer Studiengänge und Professuren im Bereich der Medizininformatik und verwandter Disziplinen geplant.

v. l.: Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Andreas Schuppert (Lehrstuhlinhaber Computational Biomedicine II, Uniklinik RWTH Aachen; Projektleiter des ASIC Use Case im SMITH Projekt), Univ. Prof. Dr.-Ing. Stefan Kowalewski (Lehrstuhlinhaber Informatik 11 „Embedded Systems“, RWTH Aachen), Dr.-Ing. André Stollenwerk (Gruppenleiter Informatik 11 „Embedded Systems“, RWTH Aachen; Projektverantwortlicher der RWTH Aachen im SMITH Projekt), Dr. med. Silke Haferkamp (Leiterin klinische und kaufmännische IT-Systeme, 1. Stellvertreterin des IT-Leiters, Uniklinik RWTH Aachen; Leiterin des Aachener Datenintegrationszentrums im SMITH Projekt), Univ.-Prof. Dr. med. Gernot Marx, FRCA (Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care, Sprecher des Telemedizinzentrums Aachen, Uniklinik RWTH Aachen; Projektleiter des ASIC Use Case, Projektverantwortlicher der Uniklinik RWTH Aachen im SMITH Projekt), Prof. Dr. med. Thomas H. Ittel (Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor der Uniklinik RWTH Aachen), Thomas Rachel (Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung), Univ.-Prof. Dr. med. Dr. rer. soc. Frank Schneider (Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Uniklinik RWTH Aachen, Direktor der Sektion „Translationale Hirnforschung in Psychiatrie und Neurologie“ in der Jülich Aachen Research Alliance (JARA), Vertreter für das Forschungszentrum Jülich), Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Rudolf Mathar (Prorektor für Forschung und Struktur der RWTH Aachen), Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Stefan Uhlig (Dekan der Medizinischen Fakultät der RWTH Aachen)

Neue Therapieoption bei schweren LAE

Atemnot, Schmerzen beim Atmen, Herzrasen und Bewusstlosigkeit – all diese Symptome können Anzeichen für eine lebensbedrohliche Lungenembolie sein. Eine schnelle Diagnose und Therapie sind wichtig, um gravierende Folgeschäden oder – im schlimmsten Fall – den Tod zu vermeiden. Mit der Aufstellung des neuen, NRW-weit ersten Teams zur Diagnose und Behandlung von Lungenembolien setzt die Uniklinik RWTH Aachen genau dort an, wo Expertenwissen notwendig ist: Das sogenannte Pulmonary Embolism Response Team (PERT) der Uniklinik, ein interdisziplinäres Team aus Kardiologen, Pneumologen und Herz-/Thoraxchirurgen, ist 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche einsatzbereit und hält hochmoderne, individuelle Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten vor

Eine Lungenembolie (Pulmonary Embolism) kommt in der medizinischen Praxis häufig vor und kann für den Patienten lebensbedrohlich sein. Bei einer Lungenembolie kommt es durch ein Gerinnsel zu einer Verstopfung der Lungenarterie. In 95 Prozent der Fälle ist die Lungenembolie eine Komplikation einer großen Beinvenenthrombose. Dabei löst sich ein Thrombus (Blutgerinnsel) aus der Beinvene, gelangt durch den Blutstrom in die rechte Herzkammer, von dort aus in die Lungenarterie und verstopft ein Lungengefäß. Je größer der Thrombus, desto größer das Gefäß, das er blockiert und entsprechend groß ist das Areal der Lunge, das nicht mehr durchblutet werden kann. Entscheidend hinsichtlich der Gefährlichkeit ist jedoch vor allem das Ausmaß der Beeinträchtigung der Herzleistung. Mit steigendem Alter nimmt die Thrombose / Lungenembolie -Gefahr zu. Starkes Übergewicht und familiäre Veranlagung sind ebenfalls Risikofaktoren.

Vielfältige Expertise zunutze machen
Da die Symptome oftmals unspezifisch sind und nicht selten auf andere Erkrankungen hindeuten geht häufig wichtige Zeit verloren, die über Leben und Tod eines Patienten entscheiden kann. „Diese akuten Lungenembolie-Patienten können wir als PERT-Team in der Uniklinik optimal und koordiniert versorgen“, so Univ.-Prof. Dr. med. Nikolaus Marx, Direktor der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin (Medizinische Klinik I). „Mithilfe einer zentralisierten Behandlung durch ein interdisziplinäres Team von Herz-/Thoraxchirurgen, Kardiologen und Pneumologen können wir eine schnelle Diagnostik und Therapie dieser gefährlichen Erkrankung sicher stellen.“

Bundesweit größte Erfahrung mit neuen Ansätzen
„Ein neues interventionelles Katheterverfahren, das in Aachen für Lungenembolie-Patienten zum Einsatz kommt, ist die sogenannte ECOS-Lyse. Bei diesem Verfahren wird das Gerinnsel über einen kleinen Katheter in der Lunge vor Ort aufgelöst und durch Ultraschall lokal aufgespalten . Die Uniklinik RWTH Aachen hat bundesweit hiermit die meisten Patienten behandelt und kann durch die große Erfahrung hervorragende Kurz- und Langzeitergebnisse mit dieser Methode vorweisen“, so Univ.-Prof. Dr. med Jan Spillner, Leiter der Sektion Thoraxchirurgie in der Klinik für
Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. med. Rüdiger Autschbach.

„Entscheidend ist die Tatsache, dass hier alle heute verfügbaren, teilweise hochmodernen medizinischen Möglichkeiten rund um die Uhr an einem Ort vorgehalten werden – das ist überregional nur an der Uniklinik RWTH Aachen der Fall“, betont Univ.-Prof. Dr. med. Michael Dreher, Direktor der Klinik für Pneumologie und Internistische Intensivmedizin (Medizinische Klinik V).
„An der Uniklinik kann das Kernteam an 24 Stunden, sieben Tage die Woche vorgehalten werden“, sagt Dr. med. Alexander Kersten, Oberarzt der interdisziplinären internistischen Intensivstation der Medizinsichen Kliniken I und V. „Wir haben Standardprozeduren, sogenannte SOPs, von der Ankunft des Patienten in der Notaufnahme an und können insgesamt mittels Medikamenten, verschiedener interventioneller Ansätze sowie operativ behandeln. Vor allen Dingen die sofortige Möglichkeit zur Extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) ist wichtig. Falls notwendig, kann sofort operiert werden. Die operative Versorgung von ‚chronischen Lungenembolien‘ (CTEPH) erfolgt durch unsere Thoraxchirurgen.“

Wissenschaftliche Erkenntnisse nutzen
Das PERT der Uniklinik sorgt für eine koordinierte Nachbehandlung, Betreuung und Ursachenfindung und wirkt sich somit positiv auf die Patientenversorgung, die Effizienz an der Uniklinik RWTH Aachen und die Ergebnisse bei der Behandlung von Patienten mit Lungenembolien mit mittlerem und hohem Risiko aus. „Da Forschung an einer Uniklinik von besonderer Bedeutung ist, laufen die wissenschaftlichen Untersuchungen und Auswertungen zum Thema PERT. Erste Kongressbeiträge von uns sind bereits ausgezeichnet worden“, freut sich Priv.-Doz. Dr. Nima Hatam, Oberarzt der Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie.

sitzend auf visite gehen

Unter dem Motto „Gemeinsam handeln. Kompetent behandeln.“ ist heute der 1. TELnet@NRW-Kongress im Schloss der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster gestartet. Aus erster Hand hören die rund 200 Teilnehmer aktuelle Erfahrungsberichte aus dem Innovationsfondsprojekt TELnet@NRW, einem sektorübergreifenden telemedizinischen Netzwerk in der Intensivmedizin und Infektiologie. Durch das Eröffnungsprogramm führte Prof. Dr. med. Gernot Marx, FRCA, Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care an der Uniklinik RWTH Aachen und Konsortialführer bei TELnet@NRW. Es folgten Vorträge namhafter Expertinnen und Experten aus Gesundheitspolitik, Medizin und Wissenschaft sowie Live-Televisiten und -konsile zwischen den am Projekt beteiligten Universitätskliniken Aachen und Münster sowie angeschlossenen Krankenhäusern und Ärztenetzen.

„Eine auf die individuellen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten zugeschnittene Gesundheitsversorgung ist entscheidend bei der Genesung. Die unmittelbare Kommunikation zwischen medizinischen Experten, auch über Sektorengrenzen hinweg, kann zum Lebensretter werden – insbesondere in ländlichen Regionen. Projekte wie TELnet@NRW stehen beispielhaft für eine neueArt der Versorgung zum Wohle aller“, betonte Gastgeber Prof. Dr. phil. Dr. med.Robert Nitsch, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Münster, in seiner Begrüßungsrede.

Gemeinsam handeln. Kompetent behandeln. – Kooperationspartner des Projekts beim TELnet@NRW-Kongress vor dem Schloss der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Bildquelle: UKM/Wibberg.

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„Telekonsile und Televisiten sind im Krankenhaus- und Praxisalltag aus vielfältigen Gründen und Anlässen sinnvoll und notwendig, um Versorgung alsGemeinschaftsaufgabe zu etablieren“, konstatierte Prof. Dr. med. Gernot Marx,FRCA, Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care an der Uniklinik RWTH Aachen und Konsortialführer bei TELnet@NRW, in seiner Eröffnungsrede. Nach etwa der Hälfte der Projektlaufzeit zog er eine positive Zwischenbilanz: So sind bislang über 30.000 Patientinnen und Patienten im Projekterfasst und telemedizinisch betreut worden. „TELnet@NRW stellt den beteiligtenKrankenhäusern und Ärztenetzen eine innovative Kommunikationsstruktur zurVerfügung, die einen regelmäßigen, partnerschaftlichen Austausch ermöglicht“, soMarx. Nitsch ergänzte: „Als Maximalversorger in der Region Münsterland kommt demUKM eine besondere Rolle zu und wir fühlen uns der ärztlichen Versorgung auf dem Lande verpflichtet. Die Patientinnen und Patienten erwarten zu Recht, dass ihnen flächendeckend eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung zur Verfügung steht. Dank der telemedizinischen Visiten wird unsere Expertise in die Fläche getragen. Davon profitieren am Ende alle Beteiligten – vor allem aber die Patienten.“

Marx wagte sogar einen Blick über die Projektlaufzeit und über NRW hinaus: „Unserklares Ziel ist, TELnet@NRW im Anschluss an die Projektförderung nutzenbringend für alle Menschen in Deutschland einsetzen zu können. Aber eine sektorübergreifende Versorgung benötigt auch eine sektorübergreifendeFinanzierung. Wir brauchen daher Unterstützung und Triebkraft durch die Politik.“

Dem stimmte Prof. Dr. med. Michael Masanneck, Mitglied im Expertenbeirat desInnovationsfonds, zu: „Um innovativen Projekten wie TELnet@NRW den Übergang in die Regelversorgung zu erleichtern, müssen Akteurinnen und Akteure aus der Politik die entscheidenden Hebel in Gang setzen, damit zukunftsfähige Technologien und Anwendungen zügig dort ankommen, wo sie gebraucht werden: bei den Patientinnen und Patienten. Die Fortführung des Innovationsfonds kann einen entscheidenden Beitrag dazu leisten.“

Einen Ausblick darauf, wie Digitalisierung das Gesundheitswesen weiter beeinflussen wird, gab Christian Baudis, Digital-Unternehmer und ehemaliger Chefvon Google Deutschland. „Die Welt verändert sich immer schneller. Das Gesundheitswesen muss Schritt halten, wenn es zukunftsfähig bleiben will“, forderte Baudis. „Die Digitalisierung als Schnittstelle zwischen Mensch und Technik macht völlig neue Behandlungsmethoden möglich. Daher ist es unbedingt notwendig, Gesundheitsberufe in dem Bereich zu schulen. Digitales Wissen wird zu einemwertvollen Gut für die Zukunft des Gesundheitswesens.“

Das durch Mittel des Innovationsfonds geförderte Projekt „TELnet@NRW“ verfolgtdas Ziel, in den Modellregionen Aachen und Münster bzw. Münsterland ein sektorenübergreifendes telemedizinisches Netzwerk in der Intensivmedizin und Infektiologie aufzubauen. Zentrales Element ist eine gemeinsame digitale Infrastruktur, die sichere Video-Audio-Verbindungen zwischen den einzelnen Einrichtungen ermöglicht, um in Televisiten und -konsilen schnell und datenschutzkonform Daten, Informationen und Dokumente auszutauschen. Konsortialpartner sind die Uniklinik RWTH Aachen, das Universitätsklinikum Münster, das Ärztenetz MuM Medizin und Mehr eG Bünde, das Gesundheitsnetz Köln-Süd e.V., die Techniker Krankenkasse, die Universität Bielefeld und das ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin. Das Projekt wird mit Mitteln des Innovationsausschusses beim Gemeinsamen Bundesausschuss unter dem Förderkennzeichen 01NVF16010 gefördert.

CT-2 offiziell eröffnet

Am 7. November 2018 eröffneten Professor Stefan Uhlig (Dekan der Medizinischen Fakultät der RWTH Aachen), Professor Thomas Ittel (Ärztlicher Direktor der Uniklinik RWTH Aachen), Professor René Tolba (Prodekan für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs), Professor Markus Tingart (Prodekan für Studium und Lehre), Professorin Ute Habel (Prorektorin für Internationales der RWTH Aachen), Myriam Rockel und Berkan Kurt (Fachschaft Medizin der RWTH Aachen), Dr. Margrethe Schmeer (Bürgermeisterin der Stadt Aachen), Johannes Jansen (Geschäftsführer A. Frauenrath BauConcept GmbH) sowie Wolfgang Marcour (sop architekten) mit dem CT² Center for Teaching and Training das erste Investorengebäude im Cluster Biomedizintechnik. An der Eröffnungsfeier nahmen über 150 Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik teil. 

Das Lehrkonzept im CT² Center for Teaching and Training der Medizinischen Fakultät der RWTH ist in der medizinischen Aus- und Weiterbildung im europaweiten Vergleich einzigartig. Die Ausbildung von Studierenden, die Weiterbildung von Ärzten und medizinischem Personal sowie die Erprobung medizinischer Geräte finden unter einem gemeinsamen Dach statt. Das moderne Gebäude verfügt über ein Trainingszentrum mit Demonstrations-Operationssaal, einen Multifunktionssaal für bis zu 400 Personen, Lernlounges sowie Seminar- und Büroflächen. Das innovative methodische Konzept adressiert interprofessionell alle medizinischen Berufsgruppen und sieht die Erlernung und Vertiefung klinisch-praktischer Fähigkeiten unter realen Bedingungen an Trainingsobjekten vor. Dadurch können essentielle Belange der Patientensicherheit, ähnlich wie in der Luftfahrt an (Flug-) Simulatoren, für die Medizin trainiert werden. Bei voller Betriebsauslastung halten sich im Lehrbetrieb ca. 1.200 Personen im Gebäude auf. Der Dekan der Medizinischen Fakultät, Professor Stefan Uhlig: „ „Der Aachener Modellstudiengang Medizin, als einer der besten Medizinstudiengänge in Deutschland, steht in der Tradition der Fakultät, sich in der Lehre besonders zu engagieren.“ 

Das prägnante Solitärgebäude an der Südspitze des Clusters Biomedizintechnik steht als Sinnbild für das „Tor zum Campus Melaten“. Das Investitionsvolumen für das 7-geschossige Gebäude mit einer Nutzfläche von ca. 6.200 Quadratmetern liegt bei ca. 20 Millionen Euro. Investor des Gebäudes ist die Unternehmensgruppe Frauenrath, Heinsberg. Das architektonische und städtebauliche Konzept stammt von dem Düsseldorfer Architekturbüro slapa oberholz pszczulny | sop architekten. 

„Das Gebäude erfüllt die Erwartungen: Auftakt zum Campus Melaten, neue Heimat der Aus- und Fortbildung der Medizinischen Fakultät. Es freut uns, als mittelständisches Familienunternehmen solch ein Projekt in unserer Heimatregion realisiert zu haben“ sagt Gereon Frauenrath, geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Frauenrath.

universitätsmedizin ist „rising star“

Medizinische Fakultät und Uniklinik sind aus Sicht des Expertengremiums gut aufgestellt. Forschungsstrategie fügt sich passgenau in die Gesamtstrategie der RWTH Aachen University ein.

Das NRW-Wissenschaftsministerium hat den Wissenschaftsrat von Bund und Ländern mit der Evaluierung der Hochschulmedizin in NRW beauftragt. In einer gemeinsamen Pressekonferenz zogen die Fachleute heute ein positives Fazit: Das Zusammenwirken von Medizinischer Fakultät und Uniklinik gestalte sich vorbildlich und konstruktiv. Das Forschungsprofil sei zukunftsweisend, das Lehrprofil innovativ. Im Blick auf den Forschungsoutput sowie den Transfer in die Praxis biete der Standort ideale Rahmenbedingungen. Die Leitungen von Universität, Fakultät und Uniklinik sehen sich bestätigt. Bedarf besteht künftig vor allem an Raumkapazitäten und zusätzlichen Fachkräften.   

Der Wissenschaftsrat ist das wichtigste wissenschaftspolitische Beratungsgremium in Deutschland. Er berät Bund und Länder in Fragen der inhaltlichen und strukturellen Weiterentwicklung des Hochschulsystems sowie der staatlichen Förderung von Forschungseinrichtungen. Mit Spannung und Vorfreude waren die Begehung und der Bericht des Expertengremiums in Aachen erwartet worden. Nach dem letzten Besuch des Gremiums im November 1999 hatten Fakultät und Uniklinik Forschung und Lehre weitestgehend neu ausgerichtet und eng mit der Krankenversorgung verzahnt. Dieses Vorgehen hat sich aus Sicht von Prof. Stefan Uhlig, Dekan der Medizinischen Fakultät, bewährt: „Seit dem letzten Besuch des Wissenschaftsrats haben sich Fakultät und Uniklinik neu aufgestellt. Die letzte Begutachtung war ein regelrechter Weckruf und hat Anlass zu vielen Veränderungen gegeben. Ganz wichtig war die Etablierung des Aachener Modellstudiengangs Medizin als einer der erfolgreichsten Medizinstudiengänge Deutschlands sowie des AIXTRA – Skillslab, unser Aachener interdisziplinäres Trainingszentrum für medizinische Ausbildung. Die Qualität unserer Forschung hat sich in den letzten 15 Jahren deutlich verbessert, das zeigt auch die Qualität unserer Veröffentlichungen. Derzeit sind es mehr als 1.200 pro Jahr. Weitere Indikatoren sind beispielsweise auch Maßzahlen wie der Impact Factor oder die Steigerung der eingeworbenen Drittmittel. Wir freuen uns sehr und fühlen uns bestätigt, dass der Wissenschaftsrat die Entwicklung der letzten Jahre in diesem Maße anerkennt.“ Diese Auffassung teilt auch die RWTH Aachen University insgesamt: „Wir empfinden das Ergebnis der Evaluierung als Bestätigung unseres eingeschlagenen Weges. Das in den vergangenen Jahren geschärfte Forschungsprofil der Fakultät, das sich am technisch-ingenieurwissenschaftlichen Profil der RWTH orientiert hat, wurde ausdrücklich gelobt, weil wir die vorhandene Expertise der anderen Fächer konsequent in die Bearbeitung zukunftsweisender Forschungsfelder einbeziehen“, erklärt der Rektor der RWTH Aachen, Prof. Ulrich Rüdiger. Aufgrund der hervorragenden Vernetzung mit Unternehmen und anwendungsorientierten Forschungsinstituten biete Aachen dabei ideale Rahmenbedingungen für Translation und Transfer sowie Unternehmensgründungen im medizinischen Kontext.

Etablierte Forschungsschwerpunkte und innovatives Lehrkonzept 

Erst im vergangenen Jahr hatte die Fakultät ihre bisherigen Schwerpunkte noch einmal weiterentwickelt – weg von einem organzentrierten Ansatz hin zur Analyse, zum Verständnis und zur Erforschung der Gestaltung komplexer Systeme. Der Schwerpunkt Organ Crosstalk befasst sich mit der Wechselwirkung von Organen und deren Selbstregulation im Rahmen von klinisch relevanten Fragestellungen. Der Schwerpunkt PhaseTransition in Disease untersucht Krankheitspfade und zielt auf ein besseres Verständnis des Phasenübergangs von Erkrankungen.
Der Schwerpunkt Translational Neurosciences befasst sich mit emergenten Phänomenen wie neuronaler Plastizität mittels Computational Neurosciences, Emotion und Kognition sowie Sensorik und Motorik, aber auch mit der Regulation psychotischer und neurodegenerativer Erkrankungen. Alle Schwerpunkte setzen den Gründungsschwerpunkt der Medizinischen Fakultät Medical Technology & Digital Life Sciences als Plattformthematik voraus oder verknüpfen sich mit diesem. Diese im deutschen Raum bislang einzigartige Neuausrichtung bewertet das Gremium ausdrücklich als „zukunftsweisend“. Der Wissenschaftsrat betont die gute Entwicklung dieser Forschungsschwerpunkte und „ihre gelungene Integration“ in das Profil einer Technischen Universität: „Die Einbindung der Strategie der Universitätsmedizin Aachen in die gesamtuniversitäre Strategie hat sich gerade im Zuge der Bewerbung um eine Förderung der Exzellenzuniversität im Rahmen der Exzellenzstrategie noch einmal deutlich verbessert“, erklärt das Gremium in seinem Abschlussbericht. Der Standort Aachen sei mit seinem Modellstudiengang dank großem Angebot an Wahlfächern, hoher Praxisorientierung, Integration von vorklinischen und klinischen Inhalten und longitudinalem Aufbau des Curriculums sehr gut auf die Anforderungen an moderne Lehre in der Medizin vorbereitet. Hinzu kommt aus Sicht der Auditoren die institutionalisierte Vernetzung mit dem Forschungszentrum Jülich im Rahmen der Jülich Aachen Research Alliance (JARA).  

Komplexe Krankenversorgung: hoher Intensivanteil und Digitale Medizin als Innovationsmotor

Auch die Uniklinik ist als Haus der universitären Maximalversorgung in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt worden: Der kontinuierlich gewachsene Anteil an der Maximalversorgung lässt sich am vergleichsweise bundesweit hohen Durchschnitt der Schwere der Behandlungsfälle sowie am hohen Anteil der Intensivbetten innerhalb der Krankenversorgung ablesen. Prof. Thomas H. Ittel, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der Uniklinik RWTH Aachen: „Die Uniklinik RWTH Aachen steht für komplexe Medizin. Der Wissenschaftsrat honoriert diese enge Verschränkung von wissenschaftlichen und klinischen Schwerpunkten sowie die bedarfsgerechte Ausdifferenzierung unseres Leistungsspektrums und weist der Digitalen Medizin in Aachen eine Schlüsselrolle als Taktgeber und Innovator zu. Das ist sehr erfreulich: Die Uniklinik hat mit der Elektronischen Fallakte Plus, dem Telemedizinzentrum Aachen und dem Innovationszentrum für Digitale Medizin (IZDM) wichtige Komponenten für die digitale Vernetzung aller Akteure geschaffen. Diese bauen wir künftig weiter aus.“ Bedarf sieht der Wissenschaftsrat in seinem Bericht vor allem an in der bereits vom Haus projektierten baulichen Weiterentwicklung sowie in der Anwerbung zusätzlicher Fachkräfte in der Pflege.

MRT-PARK vergrössert

Die Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie liegt im Zentrum der Uniklinik RWTH Aachen und ist somit für alle stationären und ambulanten Patienten optimal erreichbar. Für die Einbringung von Großgeräten stellt diese zentrale Lage allerdings eine nicht leicht zu bewältigende Aufgabe dar. Die Planung muss bis ins Detail alle Randbedingungen betrachten, viele Beteiligte müssen ihre Zuarbeit leisten, damit die Einbringung und die sofortige technische Anbindung der sensiblen Großgeräte in kurzer Zeit zu schaffen ist. Am 12. und 13. August 2019 wurden zwei mehrere Tonnen schwere MRT-Geräte angeliefert und mithilfe eines Großkrans und mit fachmännischem Geschick erfolgreich ins Zentrum der Uniklinik in die fünfte Etage eingebracht. 

Die neuen MRTs werden für die Versorgung aller Patientinnen und Patienten in der Uniklinik RWTH Aachen eingesetzt, beispielsweise bei der Untersuchung von Erkrankungen aller inneren Organe. Am Beispiel Leber wären das konkret: die Diagnose von Lebertumoren, die Planung einer Operation von Lebermetastasen sowie die Früherkennung von Lebertumoren bei Patienten mit Leberzirrhose. Darüber hinaus werden die neuen Geräte für die multiparametrische Magnetresonanztomographie der Prostata zur Früherkennung oder Behandlungsplanung des Prostatakarzinoms, für die Magnetresonanztomographie der Brust zur Früherkennung von Brustkrebs und für die Magnetresonanztomographie von Gelenken und der Wirbelsäule genutzt.

Zudem nimmt die Klinik ein neues System in Betrieb, die sogenannte Hochintensive Ultraschallbehandlung (High Intensity Focused Ultrasound, HIFU). Es eröffnet ganz neuartige Behandlungsmöglichkeiten, um Tumoren im Körper ohne Operation und ohne Einbringung eines Katheters – also allein durch Ultraschall und daher absolut berührungsfrei – gezielt behandeln zu können. Dies passiert unter MR-Kontrolle, d. h. unter MR-tomographischer Sicht. Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören zum Beispiel bestimmte Arten von Prostatakarzinomen, bestimmte Knochentumoren und -metastasen sowie gutartige Tumoren (Myome).

Echtes Chlorophyll für die grüne hölle

Neue Bäume fürs Gelände…

Die Uniklinik RWTH Aachen lässt ab dem 2. Juli 2019 28 Kaiserlinden als straßenbegleitende Baumreihe auf den dafür vorbereiteten Grünstreifen entlang der Kullenhofstraße pflanzen. Hinzu kommen sechs kleinere Bäume, die auf dem Parkplatz und an der Ecke Steinbergweg gepflanzt werden. Zu diesen Baumpflanzungen hat sich die Uniklinik im Rahmen eines städtebaulichen Vertrages verpflichtet. Die Kosten für die Bäume trägt voll und ganz die Uniklinik RWTH Aachen.

Für die geplanten Erweiterungsbauten der Uniklinik RWTH Aachen im Rahmen des Medizinischen Modernisierungsprogramms waren Veränderungen an den bestehenden Außen- und Verkehrsanlagen erforderlich. Zur Durchführung des ersten Bauabschnitts mussten im November 2018 entlang des Steinbergwegs sowie auf dem Parkplatz der Uniklinik Bäume gefällt werden. Dieses Defizit wird die Uniklinik mit Großbaumpflanzungen ausgleichen und dafür vollumfänglich selbst aufkommen.

Etwa 14 Meter hoch und circa sieben Tonnen schwer ist eine der 28 Kaiserlinden, die jeweils den Wert eines Mittelklassewagens hat. „Eine Großbaumpflanzung in solchem Umfang hat es bisher in Aachen und Umgebung noch nie gegeben. Bautechnisch und logistisch eine Herausforderung, der wir uns gerne stellen, um für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen“, sagt Projektleiter Carsten Seidel, ukafacilities.

Keine Auswirkungen auf den Parkraum

Die umfangreichen Baumpflanzungen einschließlich entsprechender Vorbereitungsmaßnahmen werden rund drei Wochen in Anspruch nehmen. „Dazu müssen die betroffenen Bereiche kurzfristig abgesperrt werden, was aber keine Auswirkung auf die reguläre Parkplatzsituation haben wird“, betont Seidel.

Per Tieflader sollen die 28 Kaiserlinden mit einem Stammumfang von circa 80 Zentimetern und einer Kronenbreite von sechs Metern einzeln anrollen und mit einem Kran an den neuen Standort gehoben werden.